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Kunst als KommunikationsmittelDie Story hinter dem Auftragswerk:In meiner Werkstatt Kunst & Co arbeiten fleißige künstlerisch tätige Geister. Die Kindergruppe ist immer ein echtes „Highlight“ für mich, denn wie Picasso (1881-1973) schon bemerkte:
„als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben.“
Die kleine Thabea hätte die Fähigkeit einer zu bleiben, wie ich hoffe. Ihre Arbeiten erregten Aufmerksamkeit im Bekannten und Freundeskreis.
Sie bekam das Angebot ein Terrarium gegen ein Bild zu tauschen. Nichts leichter als das dachte sie, in der Werkstatt hole ich mir Hilfe und dann ist es mein „deal“.
Ich kannte ihre Begeisterung für die Malerei und auch ihre Liebe zu Insekten und war gerne bereit sie zu unterstützen. Sie kam dann mit einem sehr kleinen farblich schlechten Computerausdruck und sagte:
"70x50 cm Leinwand in Acryltechnik soll es werden".
Thabeas Begeisterung für das Motiv hielt sich in Grenzen, das war auch keine Überraschung, denn abstrakte Formen mit Auslassungen sind für Kinder schwierig. Tapfer begann sie ihre Arbeit und war auch erst ziemlich geschickt genau dort, wo sie den Sinn noch erkennen konnte. Aber alles half nichts, denn die entscheidenden Punkte konnte sie noch nicht umsetzen. So entstand mit meiner Hilfe diese Malerei, als Geschenk an Thabea, als Zahlungsmittel ohne Geld, als Übung und als Kommunikation mit ihr und auch der Kindergruppe.
Was hat Kunst für einen Wert, wieso ist das Kunst und das vielleicht nicht, warum ist nicht alles gemalte Kunst etc. Ist Malerei Sehen?Hat Kunst heute etwas mit Können zu tun und wenn ja was? Welche Bedeutung hat hierbei Veränderung und ist sie heute schon wahrnehmbar?
Warum ist Malerei Sehen?
Sehen bedeutet für uns alle wahrnehmen.
Wahrnehmung ist aber keine Funktion, die einer Norm folgt, sondern sie ist beeinflusst von unserem Denken und unserer subjektiven Auffassung sowie der getroffenen Auswahl. Wir nehmen unsere Umgebung nach gewissen erlernten Kriterien wahr, andere Parameter sind Emotionen oder sinnliche Reize.
Zu unserer persönlichen Wahrnehmung gehören somit die biologisch funktionellen, die kulturell erlernten und die subjektiv empfundenen Faktoren. Die Summe unserer Fähigkeiten auf dem Gebiet „des Sehens“ führt zu unserer Wahrnehmung.
Malerei setzt diese Wahrnehmung, des Sehens, auf einem visuell gestalterischen Weg um. Diese Umsetzung des Sehens im Sinne der Wahrnehmung wird als Ausdruck ins Bild zurück transportiert. Dieser Transport des Sehens ist der malerisch gestalterische Prozess.
Der Prozess wird sichtbar für den Betrachter z. B. im Farbausdruck, der Linienführung, im Pinselduktus oder auch in der Materialauswahl. Kunst = Können?Gerhard Richter entliehen ist der Satz: „ Gute Bilder sind unverständlich.“ Er meinte: gute Bilder sind über mein Verständnis hinausgehend. Sie benötigen somit mehr als nur meinen Verstand, um sie zu begreifen. Das gute Bild enthält mehr als mit unserem Verständnis über die Welt offenbar werden kann. Es enthält Fremdheit und es ist damit exotisch. Oder verstehen wir zeitgenössische Kunst deshalb nicht, weil es nichts zu verstehen gibt?
Wenn aber aktuelle Kunst exotisch ist, somit also fremdartig, dann gibt es sehr wohl einiges zu verstehen. Aber Fremdes zu verstehen bedeutet andere Parameter zu benutzen als die bekannten.
Hier liegt genau die Schwierigkeit im Verständnis.
Die Regel haben sich verändert, die Regeln des Sehens, des Malens, – die Regeln der Kunst. Kunst ist nicht mehr das perfekte oder gar idealisierte Handwerk.
Denn, – wenn ein Loch im Fußboden eines Kunstmuseums, Kunst ist, und selbiges Loch auf der Strasse eine Baustelle, dann wird augenfällig, dass Kunst heute etwas anderes sein muss als die Perfektion in der Darstellung. Kunst hinterfragt die Wirklichkeit, sie ist eine philosophische Übung, ganz im Sinne von Sokrates, der wie bekannt sagte, „ich weiß, dass ich nichts weiß,“ oder auch in Anlehnung an die Falsifikation von Karl R. Popper.
Kunst heute beinhaltet den Zweifel, das Gegenüberstellen von Gegensätzen. Sie ist demokratisch politisch und ihr ist die Mehrdeutigkeit immanent.
Kunstwerke können demnach Mehrdeutigkeit enthalten, denn der Prozess ihrer Entstehung beinhaltet das bereits. Diese Mehrdeutigkeit ist ein Teil der Exotik, es ist ein Teil des fremdartigen Denkens.
Die Kunst ist im anderen. Wer macht Kunstwerke zu dem Wert, den wir Kunst nennen? Wir alle sind die Macher der Kunst.
Der Betrachter, der Wahrnehmende, der kulturell interessierte Mensch macht die Kunst. Kunst ist ein kultureller Wert, abhängig von der Zeit in der sie entsteht. Der kulturelle Wert wird geschöpft aus dem Denken des Zeitalters ihrer Entstehung und bewertet mit diesen aktuell verfügbaren Maßstäben.
Sie weist in die Zukunft und kündet heute von Veränderung. Wir erkennen damit an, dass Kunst aus der Vergangenheit lernt in der Gegenwart existiert und Veränderung in der Zukunft bewirkt. Jeder Gedanke wirkt auf sie ein und kommt zum Ausdruck durch die gestaltete Form, mehrdeutig und exotisch. Veränderung = Heute?Ist es eine Frage oder eine Feststellung?
Es ist eine Frage, die nachvollziehbar in der Kunst zur Erkenntnis wird. Auguste Rodin
Fliehende Liebe, vor 1887 – Bronze, 38 x 48 x 20 cm © Musée Rodin, Paris
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